10. November 2025 / 19:11
Autor:  Uwe Hegewald

Verband würdigt seine besten Kameraden

Bei der Feuerwehr-Auszeichnung im OSL-Kreis wurden langjährige Kameraden und Abschied nehmende Helden geehrt – Tränen, 75 Dienstjahre und Abschiede inklusive.

Wenn gestandene Feuerwehrleute mit den Tränen kämpfen, kann das viele Gründe haben: Freude, Abschied oder ein besonders bewegender Moment. All das war am vergangenen Samstag zu spüren, als der Kreisfeuerwehrverband Oberspreewald-Lausitz (KFV OSL) zu seiner jährlichen Auszeichnungsveranstaltung einlud. Seit 1997 gibt es diese Ehrung im Landkreis – ein Format, mit dem OSL landesweit eine Vorreiterrolle einnimmt.

Für Landrat Siegurd Heinze (parteilos) war es der letzte Auftritt in dieser Funktion. Er kandidiert nicht mehr für eine weitere Amtszeit. Dass der Feuerwehrmann aus Meuro den „Floriansjüngern“ besonders verbunden ist, ist bekannt – umso bemerkenswerter, dass er trotz einer schweren Fußverletzung den Weg in die Bronkower Bauernküche auf sich nahm.

Heinze und Karzenburg sagen der Feuerwehr Lebewohl

„Sie, liebe Kameradinnen und Kameraden, sind diejenigen, die die Grundlagen dafür gelegt haben, dass wir im Landkreis weiterhin auf unsere Feuerwehren als verlässliche Partner in Notsituationen bauen können“, würdigte Heinze das Engagement der Ehrenamtlichen. Auf jeden der derzeit rund 2.500 aktiven Feuerwehrleute komme es an, betonte er in seinen Abschiedsworten.

Auch für einen weiteren Feuerwehrmann war es ein Abschied: Fred-Hagen Karzenburg aus Calau beendet seinen Dienst in der ersten Reihe. Der dienstälteste Kreisjugendfeuerwehrwart Brandenburgs wird zur Wahl am 14. Februar 2026 nicht mehr antreten und auch die Moderation der jährlichen Auszeichnungsveranstaltung abgeben.

Feuerwehr OSL – Medaillen für 40, 50 und 60 Dienstjahre

Ein letztes Mal rief Karzenburg Feuerwehrleute nach vorn, um ihnen die Treue-Dienstmedaillen für 40, 50 oder 60 Jahre zu überreichen. Unter den Geehrten waren bekannte Namen wie der Angerhof-Landwirt Helmut Richter (Bischdorf), der ehemalige KFV-Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Manfred Mrose (Klein Radden) sowie Volker Mittig, der als stellvertretender KFV-Vorsitzender und Wettkampfrichter mit seiner „Starterklappe“ Feuerwehrsportler auf den Parcours schickt.

Aufmerksamkeit zog auch Rosemarie Dotzauer auf sich, die für 50 Dienstjahre geehrt wurde. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Volker, der seine Medaille für 60 Jahre Dienst erhielt, reiste sie aus Lauchhammer-West an – ein doppelter Grund zur Freude.

Verborgene Helden: 75 Jahre im Einsatz

Nicht alle Jubilare konnten ihre Ehrung persönlich entgegennehmen. Besonders traurig: Einer der Feuerwehrmänner, der für 70 Dienstjahre ausgezeichnet werden sollte, verstarb nur wenige Stunden vor der Veranstaltung. Davon wussten die meisten Anwesenden zunächst nichts. Als die Stadtkapelle „Glück auf“ Lübbenau zu Beginn traditionell das Kameradenlied spielte, war die Melodie von unerwarteter Aktualität geprägt.

Überraschung am Ende der Veranstaltung: Moderator Karzenburg hatte bereits seinen Ordner geschlossen, als plötzlich ein älterer Herr in Zivil ans Rednerpult trat – Hans Koark aus Senftenberg. Der 91-Jährige, der unglaubliche 75 Jahre Feuerwehrdienst vorweisen kann, hatte sich kurzerhand am Einlass vorbeigemogelt.

Ein Leben für die Feuerwehr: Vom Wehrführer zum Senior-Jubilar

Wie Hans Koark berichtete, trat er am 1. August 1950 der Freiwilligen Feuerwehr Senftenberg bei, die er zeitweise auch als Wehrführer leitete. Auf die Frage nach seinen eindrücklichsten Einsätzen erinnert sich Koark: „Waldbrände, bei denen wir tagelang im Einsatz waren, aber auch Brände in Tagebauen, Brikettfabriken oder im ehemaligen Glaswerk Großräschen.“

Der frühere Elektromeister, der im Januar 2026 seinen 92. Geburtstag feiert, sagte abschließend schmunzelnd: „Zwischenzeitlich habe ich sogar mit Siegurd Heinze zusammengearbeitet.“

 

Quelle: Lausitzer Rundschau