29. November 2016 / 11:11
Autor:  Uwe Hegewald

Langjährige Vorbilder ausgezeichnet

Kreisfeuerwehrverband ehrt in Bronkow verdiente Mitglieder / Der Landrat gratuliert

Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) Oberspreewald-Lausitz hat am Wochenende verdienstvolle Frauen und Männer aus dem ganzen Landkreis ausgezeichnet. Den Kameraden ist für Jahrzehnte währendes, ehrenamtliches Engagement in den Reihen der freiwilligen Feuerwehr gedankt worden.

Seit zwei Jahrzehnten gibt es die Dankes- und Auszeichnungsveranstaltungen des Kreisfeuerwehrverbandes Oberspreewald-Lausitz. "Laut Umfragen genießen Feuerwehrleute in der Bevölkerung das größte Vertrauen", betont der Verbandsvorsitzende Manfred Mrose. In seiner Festrede würdigte er das ehrenamtliche und freiwillige Engagement, das über die klassische "Hilfe bei Not aller Art" hinausreiche.

So besuchen Feuerwehrleute Aus- und Weiterbildungen, messen sich bei Wettbewerben im Feuerwehrsport oder betreuen die Jugendfeuerwehren. 62 Frauen und Männer des Landkreises blicken in diesem Jahr auf ihre 40-jährige Mitgliedschaft zurück. Bei den 50-jährigen sind es 38 und bei den 60-jährigen noch stattliche 33 Kameraden. Günther Horst (Frauendorf), Wolfgang Müller (Senftenberg) und Fritz Pschipsch (Zerkwitz) sind sogar vor 70 Jahren der Feuerwehr beigetreten.

Die guten Seelen

Aus Sicht von Landrat Siegurd Heinze (parteilos) haben die Jubilare den Grundstein dafür gelegt, dass der Landkreis heute auf zuverlässige Einsatzkräfte zurückgreifen kann. "Sie dienen den Jungen als Vorbild und verkörpern die sprichwörtliche gute Seele in den Ortsfeuerwehren", so der Landrat. Neben Dankesworten hat Siegurd Heinze Zahlen mit in die Bronkower Bauernküche gebracht: So wurden die Feuerwehren des Landkreises seit Jahresbeginn 236-mal zu Brandeinsätzen gerufen; 521-mal galt es technische Hilfeleistungen zu stemmen.

Stellvertretend für außergewöhnliche Einsätze nannte er den Großbrand auf dem Hof des Vetschauer Spreewaldbauern Ricken sowie das Feuer bei Kaupen mitten im Spreewald. Unverhältnismäßig viele Einsätze wurden im Raum Ortrand verzeichnet, wo es gleich mehrfach zu schweren Verkehrsunfällen gekommen war.

"Durch das vorbildliche Engagement unserer Feuerwehrleute konnten 66 Personen gerettet werden, für acht Personen kam leider jede Hilfe zu spät", zeichnete Heinze ein Bild zwischen Triumph und Tragödie. Mit Skepsis blickt der Landrat auf das Vorhaben Kreisgebietsreform und mögliche Auswirkungen auf die Feuerwehrkreisverbände. "Es wird unübersichtlich und mit dem Ehrenamt schwieriger", prognostiziert er.

In diese Kerbe – wenn auch etwas sanfter – schlägt auch Schatzmeister Olaf Schulz. Der Kreisausbilder und Ortswehrführer der Feuerwehr Großräschen-Nord informiert über den Stand der Beratungen der Kreisausbilder. "Im Frühjahr kommenden Jahres werden wir dem Landrat unser Papier mit Vorschlägen zur Optimierung der Kreisausbildung vorlegen. In einem Punkt sind wir uns aber schon jetzt im Klaren: Dem Feuerwehr- und Katastrophenschutztechnischem Zentrum (FKTZ) kommt weiterhin eine bedeutende Rolle zu", erklärt Schulz ebenfalls mit Blick auf die Diskussion zur Kreisgebietsreform. Die Ausbildung müsse weiterhin in vertretbarer Wohnortnähe stattfinden, begründet er. Landrat Siegurd Heinze signalisiert Gesprächsbereitschaft.

Landrat singt mit

Auch kündigte er spontan an, in drei Jahren auf der Auszeichnungsveranstaltung zu singen. Auslöser dafür ist Kurt Wüstefeld, Chormitglied der "Silbertannen" in Lauchhammer. Er informiert, in drei Jahren als Jubilar mit 70 Jahren Mitgliedschaft nach Bronkow zu kommen. "Dann werden wir eben singen", verspricht Landrat Siegurd Heinze dem Chor, der seit mehreren Jahren die Festveranstaltung bereichert.

Quelle: lr-online.de

Fotos: Ho. Neumann